Der 23. April ist der Welttag des Buches. Viele Aktionen erinnern an diesem Tag in jedem Jahr daran und rücken die Leidenschaft fürs Lesen somit ein wenig mehr ins Rampenlicht. Zu erwähnen wäre hier beispielsweise die Aktion „Blogger schenken Lesefreude“, bei der es alljährlich auf diversen Bücher- und Autorenblogs Lesestoff zu gewinnen gibt.

Außer diesem recht bekannten Welttag gibt es allerdings noch einige andere, die für Lesebegeisterte und Autor*innen interessant sein können und die vielleicht den einen oder anderen Blogger künftig zu besonderen Aktionen oder Artikeln inspiriert. Ich möchte euch heute meine Auswahl an Welttagen vorstellen:

21. Februar: Welttag der Muttersprache

Erstmals im Jahr 2000 wurde auf Initiative der UNESCO der Internationale Tag der Muttersprache begangen. Ziel dieses Tages war und ist die „Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit“. Wer gerne liest und ab und zu auch mal zu einem Buch in einer Fremdsprache greift, der weiß, wie schwierig es sein kann, sprachliche Besonderheiten und Facetten in einer Übersetzung zum Ausdruck zu bringen. Sprache ist eben mehr als nur eine Aneinanderreihung von Worten. Auch Lesarten, die kulturell geprägt sein können, spielen eine große Rolle.

Auf der Homepage der UNESCO heißt es: „Sprachliche und kulturelle Vielfalt repräsentieren universelle Werte, die Einheit und Zusammenhalt einer Gesellschaft stärken. Der Internationale Tag der Muttersprache erinnert an die Bedeutung des Kulturgutes Sprache. Er soll die Sprachenvielfalt und den Gebrauch der Muttersprache fördern und das Bewusstsein für sprachliche und kulturelle Traditionen stärken.“

21. März: Welttag der Poesie

Weltweit gilt der 21. März als der Tag der Poesie. Die Verdichtung der Gedanken in eine poetische Sprache ist eine hohe Kunst. Zu früheren Zeiten wurden Geschichten häufig in Versform verfasst. Da sie meist mündlich von einer Generation zur anderen weitergegeben wurden, konnten sie so besser erinnert werden. Die daraus entstandene literarische Gatting der Lyrik steht heute leider häufig auf deutschen Stundenplänen etwas hinter Prosa und Drama an – so zumindest mein ganz persönlicher Eindruck.

Umso besser, dass es zahlreiche Initiativen gibt, die dem entgegenwirken und sich mit Lyrik und Poesie auseinandersetzen. Zum Welttag der Poesie findet in der Literaturwerkstatt Berlin die zentrale Veranstaltung in Deutschland statt, unter dem Link Lyrikline.org findet ihr nähere Informationen dazu.

27. März: Welttheatertag

Nur wenige Tage später, nachdem sich die literarische Welt mit Poesie beschäftigt hat, steht die Gattung Drama auf dem Programm, zum Welttheatertag. Initiiert wurde dieser Tag vom Internationalen Theaterinstitut Finnland (ITI). Bereits 1961 wurde der Vorschlag hierzu auf dem IX. ITI-Kongress in Wien aufs Tapet gebracht. Er wurde einstimmig angenommen.

Inzwischen hat sich der Welttheatertag etabliert, Jahr für Jahr nehmen zahlreiche Länder daran teil. Bereits im ersten Jahr waren es 80 teilnehmende Länder. Ziel der Veranstaltungen ist es, das Theater als einen Ort der Schauspielkunst zu stärken und eine Aufmerksamkeit für die Akteure auf und hinter der Bühne zu schaffen. Und dazu zählen schließlich auch die Dramatiker, die die Stoffe zu Papier bringen.

2. April: Internationaler Kinderbuchtag

Damit Kinder früh die Freude am Lesen erlernen und Bücher keine Fremdkörper für sie sind, wurde im Jahre 1967 erstmals der Internationale Kinderbuchtag ins Leben gerufen. Der 2. April ist der Geburtstag des berühmten dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen. Gegründet wurde die Initiative vom International Board on Books for Young People (IBBY).

Weltweit wird an diesem Tag die internationale Verständigung durch Kinder- und Jugendliteratur gefördert. Kindern soll der niedrigschwellige Zugang zu Büchern möglich gemacht werden. Auch Kinderbuchautoren rücken in den Blick, denn die Voraussetzungen für die Veröffentlichung von Kinder- und Jugendbuchliteratur zählen ebenso zu den Maßnahmen wie Weiterbildungsangebote und die Förderung wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema.

23. April: Welttag des Buches und des Urheberrechts

Am 23. April ist es dann soweit: An diesem Tag wird der bereits oben erwähnte Welttag des Buches begangen. Gleichzeitig aber ist dieser Tag auch der Welttag des Urheberrechtes. Es geht hierbei nämlich nicht allein darum, das Lesen zu fördern und die Literaturproduktion in Augenschein zu nehmen, sondern auch darum, die Rechte der Urheber zu stärken.

Immer wieder werden einzelne Aspekte des Urheberrechts in der Öffentlichkeit diskutiert. Vor allem das Internet und die digitalen Medien haben unser Rezeptionsverhalten in Bezug auf Texte stark verändert. Ich bin sicher, da wird es noch so manche spannende Diskussion und Auseinandersetzung in den kommenden Jahren geben.

26. April: Welttag des geistigen Eigentums

Mit dem Tag des Urheberrechts verwandt ist der Welttag des geistigen Eigentums, der schon drei Tage später im Kalender steht. Dieser Tag wurde durch die UNESCO angestoßen und von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) schließlich erstmals im Jahre 2000 ausgerufen. Einig sind sich die Initiatoren darüber, wie wichtig es ist, immaterielle Güter wie das geistige Eigentum zu schützen.

Klar ist aber auch, dass noch immer vielen Menschen im Alltag gar nicht so klar ist, warum und wie das geschehen kann. 2008 schrieben einige Künstler aus der Musikbranche und dem Filmbusiness einen offenen Brief an Angela Merkel, der für Diskussionen sorgte. Sie forderten, dass ihre Werke insbesondere im Internet besser geschützt werden müssten.

3. Mai: Welttag der Pressefreiheit

Ob als Blogger, als Fachbuchautor, als Journalist oder auch nur als Rezipient von Texten – das Thema Pressefreiheit betrifft uns alle. Welch hohes Gut dies für uns ist, wird immer dann besonders deutlich, wenn andernorts Journalisten wegen ihrer Arbeit eingesperrt, verurteilt und sogar gefoltert und mit dem Tode bedroht werden. Seit 1994 wird in jedem Jahr am 3. Mai auf derartige Fälle aufmerksam gemacht.

Auch nutzen beispielsweise die „Reporter ohne Grenzen“ den Welttag, um ihre Jahresdokumentation vorzustellen, in der sie die Situation in unterschiedlichen Ländern detailliert beleuchten. „Wo Medien nicht über Unrecht, Machtmissbrauch oder Korruption berichten können, findet auch keine öffentliche Kontrolle statt, keine freie Meinungsbildung und kein friedlicher Ausgleich von Interessen“, schreibt die Organisation auf ihrer Homepage.

21. Mai: Internationaler Tag für kulturelle Entwicklung

Der Internationale Tag für kulturelle Entwicklung oder auch kulturelle Vielfalt möchte den Dialog zwischen den Völkern stärken. Kultur kann vieles bedeuten: Im weitesten Sinne, so lehrt es uns Wikipedia, steht der Begriff für alles, „was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt“. Künstlerisches Schaffen wie die bildende Kunst, Theater und auch Literatur, sei es nun Trivial- oder auch Hochkultur, spielen bei der Vermittlung von Werten dabei eine zentrale Rolle.

Geschichten und deren Weitergabe sind Teil unserer Identität. Durch sie erfahren wir, wer wir sind und wie wir zu dem geworden sind, was wir heute darstellen. Sie sind Spiegel unserer Kultur und bringen auch das zum Vorschein, was unbewusst unter der Oberfläche schlummert. Es lohnt sich, sich diese Funktion des Erzählens immer mal wieder ins Gedächtnis zu rufen.

12. Juni: Internationaler Tag des Tagebuches

Ein Text, der mich als junger Mensch sehr berührt und auch erschüttert hat, ist das Tagebuch der Anne Frank. Zum einen, weil es die Judenverfolgung im Dritten Reich auf sehr persönliche Art und Weise dokumentiert, zum anderen aber auch, weil dieses junge Mädchen auf eine Art und Weise zu schreiben verstand, die mich wirklich bewegt hat und die ich daher schon damals sehr bewunderte.

Es ist dies nicht das einzige Tagebuch, das den Weg in unsere Bücherregale gefunden hat. Berühmte Literaten haben ihre privaten Einträge öffentlich gemacht oder sie wurden nach ihrem Tode publiziert. Tagebücher können durchaus einen hohen literarischen Wert haben. Der Internationale Tag des Tagebuches wird am 12. Juni begangen. Es ist sicher kein Zufall, dass dies der Geburtstag des jüdischen Mädchens Annelies Marie „Anne“ Frank gewesen ist.

8. September: Weltalphabetisierungstag (UN)

Interessanterweise ist der 8. September nicht allein der Weltalphabetisierungstag, sondern zugleich auch der Europäische Tag der Ersten Hilfe. Wenn man es genau nimmt, passt das eigentlich hervorragend. Heißt es doch immer: Die effektivste Waffe gegen Kriege ist Bildung. Doch wie sollen Menschen Zugang zu Bildung bekommen, die weder schreiben noch lesen können? Hier ist definitiv erste Hilfe gefragt!

Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland können beides nicht, viele schämen sich dafür. Der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung hilft. Hier finden diejenigen Unterstützung, die die Hürde des Lesen-und-Schreiben-Lernens gerne überwinden möchten. Dass dieses Manko keine Schande ist, sondern Chancen in sich birgt, kann am Weltalphabetisierungtag und an allen anderen Tagen nicht oft genug betont werden.

15. September: Internationaler Tag der Bildungsfreiheit

Ein weiterer Tag, der sich mit dem Thema Bildung beschäftigt, ist der 15. September als Tag der Bildungsfreiheit. Dieser Tag ist zugleich auch der Internationale Tag der Demokratie! Wir erinnern an den weiter oben angesprochenen Tag der Pressefreiheit. Ebenso wie die Freiheit der Presse ist auch der Zugang zu freier Bildung wichtiger Bestandteil einer Demokratie.

Und: Bildung ist ein Menschenrecht! Dies wurde im Art. 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrecht der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 festgeschrieben und auch im Artikel 13 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte aufgegriffen. Als Autoren machen wir täglich von diesem Recht Gebrauch und tragen auf unsere Weise dazu bei, unser kulturelles Erbe zu erweitern.

26. September: Europäischer Tag der Sprachen

Wer liest und schreibt, der weiß: Ohne Sprache geht es nicht. Wer sich einmal mit dem Thema Übersetzungen beschäftigt hat, der weiß aber auch: Jede Sprache hat ihren ganz eigenen Charakter und entsprechend eigene Qualitäten. Sprache transportiert nämlich nicht allein Sachinformationen, sondern auch emotionale Zusammenhänge, oft unausgesprochene Konventionen und kulturelle Eigenheiten.

Der Europäische Tag der Sprachen wurde vom Europarat initiiert, um die Vielfalt der 200 europäischen Sprachen zu bewahren. Der Startschuss erfolgte 2001 im Europäischen Jahr der Sprachen. Wer sich dem Thema Fremdsprachen nicht verschließt, wird dafür reich belohnt werden. Nicht nur, dass ihm Werke der Weltliteratur im Original zugänglich werden, auch die Menschen rücken näher zusammen, sobald (im doppelten Sinne) Verständnis füreinander entsteht.

29. Oktober: Welt-Internet-Tag

Die Selfpublisher unter uns wissen, wie wichtig das Internet heutzutage für Publizisten geworden ist. Es hat nicht nur unser Rezeptionsverhalten revolutioniert, sondern auch eine Form der Vernetzung möglich gemacht, wie sie nie zuvor bestand. Ich habe daher auch diesen Tag in meine Liste aufgenommen. Und nicht zuletzt auch deswegen, weil ich als E-Book-Autorin und Bloggerin eben auch eine besondere Beziehung zu digitalen Medien pflege.

Das Datum des 29. Oktober, das zum Welt-Internet-Tag erkoren wurde, geht übrigens auf folgende Anekdote zurück: Am 29. Oktober 1969 saß der Student Charley Kline an seinem halbtonnenschweren Rechner in der University of California in Los Angeles und versuchte, erstmals eine Nachricht über eine Datenleitung an den Computer eines Kollegen zu versenden. Der erste Versuch führte zu der unvollständigen Nachricht „lo“, dann brach die Verbindung zusammen. Als sie das Experiment am Abend wiederholten, wurde die Botschaft vollständig übertragen, sie lautete „log“. Wenige Wochen später wurden die Universitäten von Santa Barbara und Utah ebenfalls an das neu entstandene Netzwerk angeschlossen.

26. November: Welttag der Zeitschriften

Das Jahr ist beinahe um, wir haben den November erreicht. Ein letzter Welttag, den ich euch vorstellen möchte, ist der Welttag der Zeitschriften. Auch diese sind aus dem Leben von Autoren und Leseratten nicht wegzudenken, auch wenn sich vieles inzwischen in die Welt der Online-Magazine und Weblogs verlagert hat.

Ob nun als Leser oder als Verfasser von Texten, Zeitschriften geben Raum für aktuelle Themen in abwechslungsreicher Form. Ich selbst bin regelmäßige Leserin der Zeitschrift „Federwelt“ vom Uschtrin-Verlag. Dort bekomme ich haufenweise neue Impulse und Anregungen. So bleibe ich am Ball und kann mich als Schreiberin stetig verbessern.

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So, das waren sie, meine 14 Welttage für dich. Welches dieser Themen spricht dich in besonderer Weise an? Ich würde mich über deine Gedanken zu den einzelnen Welttagen und meinen Anmerkungen dazu sehr freuen. Nutze doch einfach die Kommentarfunktion unter diesem Artikel. 🙂

 

 

 

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