Es ist geschafft, dein (selbstverlegtes) Buch ist fertig. Allerdings ist das nur die halbe Miete, denn natürlich möchtest du nun auch, dass es gelesen wird. Die wenigsten Autoren haben einen großen Verlag im Rücken, der mit einem entsprechenden Werbebudget Maßnahmen plant und durchführt. Online-Self-Marketing ist nun gefragt.

Was bietet sich da mehr an als Aktivitäten in den sozialen Netzwerken und eine eigene Homepage. Das jedenfalls sind im Online-Marketing-Bereich meist die ersten Einfälle, die Autoren haben. Doch noch ein weiteres Element eignet sich gerade für Autorinnen und Autoren hervorragend, um sich ins Gespräch zu bringen: ein eigenes Blog.

„Jeder Erfolg beginnt mit dem Entschluss, es zu versuchen. Es gibt keinen Grund, nicht mit dem Bloggen anzufangen.“

Robert Weller, Quelle: www.trajantosev.com

Dieses Zitat stammt von Robert Weller, der als Inbound-Marketing-Fachmann auf seinem Blog toushenne.de unter anderem immer wieder über das Bloggen schreibt. Inbound Marketing hat stets zum Ziel, von (potenziellen) Kunden, aber auch von interessanten Netzwerkpartnern und Multiplikatoren gefunden zu werden. Warum nun aber eignet sich ein Blog für Autoren wie dich, um dieses Ziel zu erreichen? Folgende Punkte sprechen aus meiner Sicht dafür:

1. Du kannst schreiben

Irgendwann hast du dir überlegt, ein Buch zu schreiben. Auch das war nicht an einem Tag gemacht. Du hast aus der Grundidee einen Plot entwickelt, einzelne Figuren und Kapitel ausgearbeitet und nach und nach ist eine vollständige Geschichte daraus erwachsen. Es brauchte Zeit, aber du hast es geschafft. Du hast Durchhaltevermögen bewiesen.

Mit dem Bloggen ist es ähnlich. Auch hier braucht es Geduld und die Bereitschaft, an einer Sache dran zu bleiben. Eigenschaften, die dich auszeichnen. Zudem, und das setze ich an dieser Stelle einfach voraus, kannst du schreiben.

Damit meine ich jetzt nicht die Fähigkeit, vollständige Sätze zu fabrizieren. Nein, idealerweise hast du einen abwechslungsreichen Wortschatz, ein gutes Sprachgefühl und auch Kenntnisse darüber, wie du einen guten Bogen baust, der deine Leser durch einen Text führt. Und selbst wenn diese Fähigkeiten noch nicht ganz so ausgeprägt sind, wie du es dir wünschst, kannst du dich weiterentwickeln.

Was spricht also dagegen, deine Erfahrungen, Fortschritte und Erkenntnisse mit anderen zu teilen? Sicher, wer etwas von sich preisgibt, der setzt sich natürlich auch der Kritik seiner Umgebung aus. Aber sobald du ein Buch veröffentlichst, tust du das ohnehin. Daher mein Tipp:

Lass dich nicht von deinen Ängsten leiten, sondern von deinem Wunsch zu lernen.

2. Google liebt Blogs

Vielleicht hast du im Zusammenhang mit Online-Marketing-Maßnahmen auch schon den Begriff SEO gehört? Gemeint ist damit „search engine optimization“, also Suchmaschinenoptimierung. Das bedeutet, dass es nicht ausreicht, eine schöne Homepage zu haben, um von Google gefunden zu werden, sondern dass auch inhaltlich bestimmte Kriterien erfüllt sein müssen.

Im Detail werde ich an dieser Stelle jetzt nicht auf die Homepage-Gestaltung eingehen, aber soviel ist sicher: Google liebt Blogs! Warum? Weil ein Blog dynamisch ist und Google eine Seite, die fortlaufend wächst, prinzipiell positiver bewertet als eine statische Seite, bei der sich monatelang nichts tut. Natürlich sollten die Inhalte qualitativ hochwertig sein. Das heißt, sie sollten:

  • für deine Zielgruppe(n) von Interesse sein,
  • entsprechende Keywords enthalten und
  • nicht zu kryptisch ausfallen.

Du könntest ein Blog aber zum Beispiel auch dafür nutzen, Auszüge aus deinen Büchern kostelos als Leseprobe zur Verfügung zu stellen, oder um selber Rezensionen zu schreiben, deine Kollegen vorzustellen oder … oder … oder. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Und Fantasie hast du doch, gell?

Auch was die Formate angeht, gibt es im Blog viele Möglichkeiten. Ob nun Videos, Bilder, Infografiken oder Podcasts – sie alle können dabei helfen, deine Sichtbarkeit als Autor im Internet zu verstärken. Tutorials und Tipps zur Gestaltung gibt es im Netz jede Menge. Zum Beispiel auf der Seite von bloggerabc, bei der du gleich noch ein paar SEO-Tipps abräumen kannst. Also ran an den Speck!

3. Auch Rezensenten sind in Blogs aktiv

Zu guter Letzt möchte ich noch einen weiteren wichtigen Aspekt aufgreifen. Denn in der Welt der Bücher und Rezensionen haben auch auf Seiten der Rezipienten Blogs immer mehr an Bedeutung gewonnen. Erst kürzlich hat es eine teils interessante, teils sehr unschöne Debatte darüber gegeben, welche Rolle Buchblogger für die Literaturkritik spielen. An dieser Stelle könnt ihr nachlesen, worum es u.a. dabei ging.

Ich für meinen Teil mache mir keine Illusionen. Meine Bücher werden es sicher nicht in die großen Feuilletons und auf die Schreibtische der hochgelobten Literaturkritiker schaffen. Dieses ZIel hatte ich auch nie. Ich möchte leicht lesbare Liebesromane schreiben und freue mich, wenn ich damit genau die Leserinnen und Leser erreiche, die wie ich dieses Genre mögen. Und da sind Buchblogger für mich ganz weit vorn. Zumal ich selbst das Bloggen liebe.

Das Schöne an der bunten Blogosphäre ist, dass hier jeder „sein Ding“ machen kann, der Spaß daran hat. Für jedes Genre gibt es dort Liebhaber. Das mag die besonders anspruchsvollen Autoren und Leser ärgern, da sie den „Untergang der Buchkultur“ befürchten, sobald Lieschen Müller ihren in ihren Augen „unqualifizierten Kommentar“ zu einem Buch abgibt. Ich aber sehe es so: Wer zueinander passt, der wird sich in der Blogosphäre zusammenfinden. Ganz einfach.

Der Austausch miteinander durch die Kommentarfunktion gehört dabei ebenso dazu wie die Vernetzung in den sozialen Netzwerken oder live auf Bloggertreffen, Buchmessen oder Barcamps. Und das ist gut so.

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Daher jetzt auch meine Frage an dich? Bist du Autor und bloggst über deine Arbeit? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Und falls du (noch) keinen Blog hast, was ist der Grund dafür? Ich bin gespannt auf deine Kommentare! 🙂

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