Beim Störbern auf verschiedenen Blogs bin ich auf eine Frage bei Lesemomente gestoßen, die mich beschäftigt hat: Gibt es Momente, in denen du nicht lesen kannst? Die Frage kann wohl jeder mit Ja beantworten. Auch ich.

Manche meiner Freunde hingegen würden die Frage in Bezug auf mich vermutlich verneinen. Tatsächlich habe ich meist ein Buch dabei, egal, wohin ich gerade unterwegs bin. Sobald Wartezeiten entstehen, nutze ich sie.

Unmögliche Lesesituationen

Vor ein paar Tagen in der Bahn war es stickig, voll und unbequem. Zudem machte ein kleines Kind ordentlich Lärm und hielt die gestressten Zugreisenden auf Trab. Ich stopfte mir einfach meine Kopfhörer ins Ohr, legte sanfte Meditationsmusik auf und vertiefte mich in mein Buch.

Die Frage lautet nun aber nicht, in welchen eigentlich unmöglichen Situationen ich doch lesen kann, sondern in welchen es mir so gar nicht gelingt. Das ist meistens dann der Fall, wenn mich…

  1. … etwas gedanklich sehr beschäftigt. Dann bin ich abgelenkt und kann mich hinterher nicht mal mehr an das erinnern, was ich gelesen habe. Es ist, als ob die Buchstaben wie abstrakte Zeichen einfach so an mir vorbei ziehen.
  2. … ich sehr müde bin. Da gilt das gleiche. Es kommt vor, dass ich minutenlang auf eine Seite starre und meine Augen überhaupt nicht mehr weiter wandern. Spätestens, wenn mir das Buch dann fast aus den Händen fällt, ist es Zeit, es beiseite zu legen und zu schlafen.
  3. … ich sehr wütend oder traurig bin. Wut ist ein Gefühl, das sehr viel Gehirnleistung in Anspruch nimmt. Ähnlich wie Angst – oder eben auch Trauer. Mein Fokus ist dann vollkommen auf eine Sache gerichtet. Kein Wunder, dass es unter diesen Umständen mit dem Lesen nicht so recht klappen will

Für jede Situation das passende Buch

Du siehst, es gibt schon einige Situationen, in denen ich nicht lesen kann. Umso schöner ist es dann aber, wenn es endlich wieder klappt und ich mich ganz in ein Buch vertiefe. Es tröstet mich, wenn ich traurig war, oder gibt mir Mut, wenn ich ängstlich bin.

Häufig lese ich nämlich mehrere Bücher parallel. Das hat den Vorteil, dass ich immer für die entsprechende Situation entscheiden kann, welches Buch ich gerade brauche.

Und was ist mit dir? In welchen Situationen kannst du dich so gar nicht aufs Lesen konzentrieren?

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