Manchmal erwische ich mich bei ganz ketzerischen Gedanken. Ich schaue mir die dramatischen Szenen der letzten Folge von „Sturm der Liebe“ an, in denen der Entführer die Protagonistin Luisa bedroht und plötzlich entscheidet, dass er sie erschießen will. Ich denke dann: Was würde wohl passieren, wenn er es wirklich täte? Wenn die Hauptfigur, mit der wir Fans monatelang mitfieberten und die in der darauffolgenden Folge heiraten soll, sterben und die gesamte Staffel eine extrem tragische Wendung nehmen würde …

Intrigen und Hindernisse

Ein Jahr lang sind immer wieder furchtbare Dinge passiert, die Luisa und ihren Sebastian auseinander brachten. Mal waren es persönliche Unzulänglichkeiten, lange Zeit stand Luisa ihr eigenes Misstrauen im Weg. Dann war sie endlich offen und bereit für eine Beziehung, die Intrigen schienen ein Ende zu haben, und plötzlich tauchte Sebastians Ex-Frau mit dem gemeinsamen totkranken Sohn auf. Wieder drifteten die Liebenden auseinander, auch dieses Hindernis musste überwunden werden.

Und nun taucht kurz vor dem Staffelfinale aus dem Nichts Sebastians Cousin auf und schmiedet Rachepläne. Er entführt Luisa, um Sebastian dafür zu bestrafen, dass dieser ihm einst die große Liebe nahm. Vielleicht liegt es an der Schnelligkeit, mit der diese Figur in die Handlung eingeführt wurde, dass ich gedanklich ein alternatives Ende der Folge am Mittwoch fantasierte. Ich dachte mir: Nicht, dass ich Luisa den Tod wünschen würde, aber es würde mich brennend interessieren, wie die Fans auf eine solche Wendung reagieren würden.

Die Dramaturgie der Liebesgeschichte

Ich wäre entsetzt, das gebe ich zu. Die Spannung der gesamten Serie lebt davon, dass die Geschichte am Ende gut ausgeht. Wie im Märchen erwarten, ja erhoffen wir Zuschauer uns die Wiederherstellung der heilen Welt. Egal, was den Protagonisten zustößt, sie müssen am Ende zueinander finden. Die bösen Mächte müssen „besiegt“ werden, die Liebe muss alles überwinden. Je dramatischer die letzten Momente vor der Hochzeit, umso mehr macht sich Erleichterung breit, sobald das Happy End in Sack und Tüten ist.

Leider fand ich die Episode mit der Entführung nicht sehr überzeugend. Ja, Luisa war in Lebensgefahr. Ja, Sebastian hat sein Leben riskiert, um sie zu retten. Aber all das ging so schnell, dass sich die Dramatik der Situation gar nicht richtig entfalten konnte. Dieser rachsüchtige Cousin kam mir sehr „auf Kante gestrickt“ vor. Jedenfalls kam ich nicht wirklich mit und konnte mich nicht so in die Figuren hinein fühlen wie sonst. Wer in den vergangenen Jahren die dramatischen Höhepunkte der Staffeln um Barbara von Heidenberg gesehen hat, ist anderes gewohnt.

Happy End und Neustart

Dennoch freue ich mich, jetzt gleich in der Mediathek die Hochzeitsfolge sehen zu können. So oder so, ich gönne Luisa und Sebastian ihr Happy End. Und ein neues Traumpaar steht ja auch bereits in den Startlöchern …

 

 

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