Es ist zum Verzweifeln: Seit Tagen bekommst du keinen geraden Satz aufs Papier. Die Ideen zerfließen dir zwischen den Händen, du bekommst sie einfach nicht zu fassen. Hier gebe ich dir ein paar Tipps, wie ich mit einer Schreibblockade umgehe. Vielleicht helfen sie dir ebenfalls.

Vorweg: Schreibblockaden sind vollkommen normal. Jeder Schriftsteller, Autor oder Journalist kennt diesen Zustand. Die Profis unterscheiden sich allerdings von den Amateuren dadurch, dass sie sich durch eine Schreibblockade nicht vom Schreiben abbringen lassen.

Schreiben als Herausforderung

Nur weil der Text, den du produzierst, nicht auf Anhieb perfekt ist, heißt das nicht, dass du damit nichts anfangen kannst. Erinnere dich: Texte bedürfen ohnehin der Überarbeitung. Das Schlimmste, was allerdings geschehen kann, ist, dass du dich von deiner Schreibblockade komplett vom Schreiben abhalten lässt.

In der Tat denken manche angehenden Autoren, die Blockade sei ein Zeichen dafür, dass sie sich besser ein anders Hobby suchen sollten. Dies halte ich für eine Fehlschluss. Mein erster Tipp lautet daher:

Sieh deine Schreibblockade als Herausforderung und nicht als Makel.

Ursachen für eine Schreibblockade

Statt dich in deinem Leid zu suhlen, solltest du lieber nach den Gründen für die Schreibblockade forschen und mögliche Hürden aus dem Weg räumen. Dies sind die 10 häufigsten Ursachen für eine Schreibblockade:

  1. Etwas in deinem Inneren rebelliert gegen Erwartungsdruck.
  2. Du hast keinen Plan, wo du eigentlich mit deinem Text hin willst.
  3. Du leidest an ungesundem Perfektionismus.
  4. Du setzt keine Prioritäten und verlierst dich in einer unübersichtlichen Struktur.
  5. Du willst zu viel auf einmal.
  6. Du weißt nicht, für wen du eigentlich schreibst und es fällt dir daher schwer, den Text zu adressieren.
  7. Du hast Angst vor Kritik und setzt dich ihr daher gar nicht erst aus.
  8. Du hast Sorge, das Projekt nicht zu bewältigen und kapitulierst vor deiner Versagensangst.
  9. Du leidest an einer ernst zu nehmenden psychischen Krankheit, zum Beispiel einer Depression.
  10. Es gibt neurologische Ursachen, die zu einer Fehlfunktion im Gehirn führen.

Lassen wir die beiden letzten Punkte mal außen vor, da es sich hierber um schwerwiegende medizinische Ursachen handelt, so lässt sich feststellen, dass dies insgesamt sehr menschliche Regungen sind, von denen wir alle – mehr oder weniger – betroffen sind.

Vielleicht hast du dich ja auch schon in einem oder mehreren dieser Punkte wiedergefunden. Auf mich trafen beispielsweise lange Zeit die Gründe 1 und 5 zu. Diese Selbsterkenntnis ist schon mal der erste Schritt, denn nun weißt du, woran du arbeiten kannst.

Schreibblockade überwinden

Was aber kannst du konkret tun, um mit diesem Wissen weiterzumachen? Mir persönlich halfen die folgenden Schritte:

1. Einen Plan machen

Wenn ich merke, dass ich nicht weiterkomme, suche ich den Grund dafür nicht gleich bei mir, sondern prüfe, ob mein Plot Lücken hat. Vielleicht habe ich einen Handlungsstrang nicht zuende gedacht oder eine Figur hat sich beim Schreiben anders entwickelt als geplant. Vielleicht bin ich aber auch zu sehr zwischen verschiedenen Szenen hin und her gesprungen und habe dabei den Überblick verloren.

Für mich ist es wichtig, zwischenzeitlich immer wieder zu checken, ob die Geschichte in sich noch logisch ist oder ich das Ziel aus den Augen verloren habe. Damit bekomme ich meist die Punkte 2, 4 und 6 in den Griff. Schreiben ist Handwerk und hat weniger mit Naturtalent zu tun, als manch einer denkt. Mein Tipp an dieser Stelle lautet daher:

Arbeite an deinen handwerklichen Skills.

2. Trotzdem schreiben

Es klingt abgedroschen, ist aber wahr: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Auch eine Joanne K. Rowling wird Tage kennen, an denen es einfach nicht fluppt. Mach dir also nichts draus. Wichtig ist, dass du dich davon nicht aus der Bahn werfen lässt, sondern trotzdem etwas zu Papier bringst. Mein Credo:

Mit wenig lässt sich arbeiten, mit nichts nicht.

Ja, es gibt Tage, an denen schaffe ich gerade mal 200 Wörter. Und ja, oft überarbeite ich sie schon am folgenden Tag. So what? Wenn schon die guten Ideen Urlaub machen, möchte ich wenigstens meine Routine erhalten. Meiner Erfahrung nach ist am Ende noch immer etwas Brauchbaren unterm Strich rausgekommen.

Gegen Pausen oder Ortswechsel spricht im Übrigen nichts. Beides kann dir helfen, zwischendrin auf andere Gedanken zu kommen.

3. Austausch mit anderen

Ebenfalls als wirksam empfinde ich den Austausch mit anderen Autoren. Aus zwei Gründen:

  • Sie sagen mir, dass es ihnen nicht anders geht – also ist nichts falsch mit mir.
  • Sie haben Tipps, die ich noch nicht kenne oder bislang nicht beachtet habe.

Beides hilft, die Situation weniger dramatisch zu bewerten und wieder ins Handeln zu kommen.

Wer jetzt sagt: Aber ich kenne leider keine anderen Autoren, der sollte sich eine entsprechende Community suchen. Es gibt zahlreiche Netzwerke im Internet, in denen sich Autoren aller Genres regelmäßig austauschen und auch weiterhelfen. Um nur zwei Beispiele zu nennen: der Selfpublisher-Verband oder die Autorenwelt.

Hier gibt es nicht nur Foren zum persönlichen Austausch, sondern auch aktuelle News aus der Welt der Schriftsteller und Verlage.

4. Am Selbstwert arbeiten

In Bezug auf eine Schreibblockade sind die Punkte 3, 7 und 8 wohl am schwersten zu bewältigen. Sie benennen etwas, das nicht die handwerkliche Schwäche eines Textes beschreibt, sondern einen Teil deiner Persönlichkeit. Daran solltest du arbeiten, denn jede dieser Eigenschaften schränkt dich unnötig ein.

Abgesehen davon betreffen die Punkte nicht nur dein Schreiben, sondern sicher auch andere Bereiche in deinem Leben. Wie schade wäre es, wenn du das nicht in den Griff bekommst. Hilfreich sind beispielsweise Achtsamkeitsübungen, Bücher darüber, wie du selbstbewusster werden kannst, oder in manchen Fällen sicherlich auch eine Therapie.

Der Austausch mit einer Community kann dich ebenfalls schon sehr weit bringen. Mein abschließender Tipp daher:

Suche dir Menschen, die dich unterstützen, statt dich zu entmutigen. Die dich stärken, statt dir nur vermeintliche Schwächen vor Augen zu führen.

Das war mein heutiges Wort zum Sonntag. Und jetzt würde mich interessieren, was du tust, um deine Schreibblockaden in den Griff zu kriegen. Hast du weitere Tipps? Dann schreibe sie bitte in die Kommentare!

Ich wünsche dir einen schönen Tag und viel Spaß weiterhin bei deinem Schreibprojekt!

Beitragsbild: Wolk9 / Pixabay.com

 

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