In einem Buch vollkommen zu versinken, sich dem Flow hinzugeben und alles um sich herum zu vergessen, das ist ein Zustand, den eingefleischte Bücherfans gut kennen. Doch nicht an jedem Ort gelingt dies gleichermaßen. Ich stelle euch heute meine 6 Lieblingsorte zum Lesen vor.

Jedem die Leseecke, die er verdient

Oft sehe ich in Büchergruppen, zum Beispiel bei Facebook, Bilder fantastischer Leseecken. Die Mitglieder gestalten aufwendige Regale, dekorieren mit Herzblut und setzen ihre Lieblinge liebevoll in Szene. Daneben: der gemütliche Lesesessel oder die Couch. Ein Augenschmaus!

Interessanterweise lese ich selten auf der Couch. Irgendwie gelingt es mir nicht, wenn ich auf dem Sofa sitze oder liege, mich auf das aktuelle Buch zu konzentrieren. Wenn ich lesen möchte (oder aus beruflichen Gründen muss), suche ich mir andere Orte aus. Im Folgenden möchte ich sie euch vorstellen.

In meiner Heimat

1. Ein Café

Wenn ich merke, dass ich mich an meinem Schreibtisch (und das ist keiner meiner Lieblingsorte zum Lesen!) nicht auf ein Buch konzentrieren kann, dann weiche ich mit Buch und gegebenenfalls auch meinem Laptop gerne in Cafés aus, die in erreichbarer Nähe liegen. Da ich in einer Unistadt lebe, habe ich dafür einige zur Auswahl. Ich bestelle mir dann ein Getränk, das ich zu Hause nicht vorrätig habe, und lehne mich entspannt zurück.

Diesen Ort nutze ich häufig für Bücher, die ich aus beruflichen Gründen lese, weil Cafés die Möglichkeit bieten, sich am Tisch nebenher Notizen zu machen. Besonders schön ist es natürlich im Frühling oder Sommer, wenn man im Außenbereich sitzen kann.

2. Eine Wiese

Wenn ich mir keine Notizen machen muss, weil es sich um eine rein private Spaßlektüre handelt, und wenn das Wetter stimmt, springe ich aufs Rad und suche mir einen schönen Platz in einem Park auf einer Wiese. Ich breite dann ein Tuch oder eine Decke aus und mache es mir gemütlich.

Der Effekt, den das hat, ist der Folgende: Meist fühle ich mich ad hoc im Urlaubsmodus, als wäre ich nicht nur wenige hundert Meter von meinem Zuhause entfernt, sondern an einem ganz anderen Ort. Je nach Thema meines Buches wird dieser Effekt noch verstärkt. Ich liebe es, gedanklich in Büchern in exotische Länder zu reisen!

3. Mein Bett

Was mir auf dem Sofa nicht gelingt, schaffe ich witzigerweise in meinem Bett: Sowohl morgens als auch abends liebe ich es, mich in meine Bettdecke zu kuscheln, mir das Kissen im Nacken zurecht zu legen und ein paar Seiten oder manchmal auch mehrere Kapitel zu verschlingen – je nachdem, wie viel Zeit ich dafür habe.

Morgens vor der Arbeit ist die Zeit erwartungsgemäß knapp, abends bin ich manchmal müde. Am Wochenende aber beginnt der Tag idealerweise mit einem Buch im Bett und endet auch damit, mindestens der Sonntag.

4. Meine Badewanne

Stundenlang kann ich im warmen, gut riechenden Badewannenwasser liegen, vor mich hin schrumpeln und beim Lesen die Zeit vergessen. Der Trick: Ich verbanne mein Festnetz-Telefon und mein Handy weit weg an einen unerreichbaren Platz, damit mich nichts ablenkt. Das ist für mich Entspannung pur, da ich tagsüber recht viel kommunizieren muss.

Je nachdem, wie stark die Wärme meinen Kreislauf nach unten befördert und wann ich am kommenden Morgen aufstehen muss, schaffe ich abends anschließend auch noch einige Kapitel im Bettchen. Das ist dann natürlich Luxus pur.

Und andernorts …

Zusätzlich zu diesen gibt es noch zwei andere Orte, an denen ich wunderbar abschalten und in meiner Lektüre versinken kann:

5. Der Strand

Klar, der Strand zählt sicherlich bei vielen zu ihren Lieblingsleseorten. Bei mir ist das nicht anders. Ob liegend auf einem Handtuch oder – besser noch – im Liegestuhl, Lesen gehört für mich zu jedem (!) Urlaub unbedingt dazu. Oft kann ich mich kaum entscheiden, welche Bücher ich mitnehmen soll, weil ich in zwei Wochen locker vier oder fünf verschiedene Bücher schaffe – und das, obwohl ich nie einen reinen Strandurlaub mache.

Wie gut, dass es inzwischen E-Reader gibt! Seit ich meinen Kindle habe, fällt mir die Entscheidung deutlich leichter. Ich nehme zwar trotzdem immer auch mehrere Printbücher mir, aber ich muss keine Sorge haben, dass mir der Lesestoff ausgeht.

6. Die Deutsche Bahn

Man mag über die Bahn sagen, was man will. Ich trete keine Bahnfahrt an, ohne ein Buch dabei zu haben. Im Zug gibt es wenig Ablenkung, jedenfalls geht es mir so. Ich kann Nebengeräusche nämlich sehr gut ausblenden. Der mäßige Handyempfang sorgt dafür, dass sich die Ablenkungen auch hier in Grenzen halten.

Und, nebenbei bemerkt, macht es mir oft weniger aus als anderen Fahrgästen, wenn der Zug verspätet ist, da ich ja mit lesen gut beschäftigt bin. Das gilt logischerweise nur dann, wenn ich keinen wichtigen Termin im Rücken habe. Alles in allem lese ich auf Bahnfahrten ausgesprochen gern und schaffe meist auch eine Menge.

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Und nun bin ich gespannt: Welches sind deine Lieblingsleseorte? Wo kannst du dich gar nicht aufs Lesen konzentrieren? Und hast du einen Geheimtipp, wie das Lesevergnügen an besonderen Orten noch besonderer werden kann? Ich freue mich auf deine Kommentare!

2 Kommentare

  1. Liebe Karla,
    über Leseorte nachdenken … in der Hängematte im Garten, da kann ich gut lesen, abhängig vom Wetter.
    In der Kreativecke auf dem Sofa, da, wo man sich so schön breit machen kann. Auf dem Bauch liegend kann ich altersbedingt nicht mehr lesen, dann verkrampft der Nacken, der Rücken macht dicht und die Finger schlafen ein. Deswegen gibt es für den Strand auch einen Klappsessel:)
    Im Wartezimmer, da war ich dann aber so im Buch drin und tiefenentspannt, daß mein Blutdruck zu Sorgenfalten bei der Arzthelferin führte.
    Lesegrüße und ein sonniges Wochenende wünscht Dir Alexandra

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