Im vergangenen Jahr schrieb ich nach der Frankfurter Buchmesse darüber, dass das Thema Selfpublishing dort einen wesentlich höheren Stellenwert bekommen hat als noch vor ein paar Jahren. Nun gibt es eine neue Zeitschriften-Publikation auf dem Markt: der selfpublisher. Herausgeber ist der Uschtrin Verlag, der vielen Autor*innen schon durch seine Federwelt bekannt ist.

Viermal im Jahr soll die neue Publikation erscheinen, die sich an all jene richtet, die sich selbst um ihre Bücher und deren Vermarktung kümmern möchten. Um deren Bedürfnissen gerecht zu werden, gehen die Macher der Zeitschrift mit gutem Beispiel voran und fordern aktiv Feedback ein. Auf den letzten Seiten von der selfpublisher (Märzausgabe) gibt es eigens dafür einen Fragebogen zu der aktuellen Ausgabe. Ich nehme dies zum Anlass, meine Leseeindrücke im Blog zu reflektieren.

1. Der Ausgabe 1/2016 des selfpublishers gebe ich die Schulnote: _________

Wenn ich ehrlich bin, bin ich kein Fan von Schulnoten, weil sie meiner Erfahrung nach selten die Komplexität einer Sache widerspiegeln. Aber wenn ich es denn so verkürzt darstellen soll, vergebe ich an dieser Stelle eine 2+. Weil dies nicht die volle Punktzahl ist, sondern noch Luft nach oben bleibt, liefere ich im Folgenden die Begründung nach.

2. Sehr gut gefällt mir:

Das Heft fokussiert sich auf das Thema Marketing und beleuchtet es von verschiedenen Seiten. Dabei wechseln sich Service-Artikel mit Erfahrungsberichten und Texten über interessante Marketing-Ideen ab. Es wird daher nicht langweilig und ich fand, die Texte waren zwar stilistisch unterschiedlich, aber durch die Bank gut zu lesen und verständlich. Ich habe das gesamte Heft auf einer Zugfahrt in einem Rutsch inhaliert.

3. Schlecht finde ich:

Was auf der einen Seite von Vorteil ist, – das Heft beleuchtet das Thema Marketing von vielen Seiten und geht diesbezüglich in die Tiefe -, empfinde ich andererseits als zu einseitig. Ich persönlich hätte mir zwar einen Themenschwerpunkt, aber kein gesamtes Heft dazu gewünscht. Es mag sein, dass uns Selfpublishing-Autor*innen Marketing besonders beschäftigt, da es neben dem (professionellen) Schreiben das wichtigste Element ist, um erfolgreich zu sein. Dennoch hätte ich mich über thematische Abwechslung gefreut und lieber in jedem der folgenden Hefte eine weitere „Dosis“ Marketing-Know-how genossen. „Schlecht“ ist hierfür in meinen Augen allerdings nicht das richtige Wort. „Verbesserungswürdig“ finde ich passender. Auf jeden Fall bin ich gespannt, was nun folgt.

4. Wurde das Schwerpunktthema „Marketing für Selfpublisher“ zu meiner Zufriedenheit behandelt?

Jein. Es sind schon viele tolle Tipps dabei und ermutigende Geschichten. Ich hoffe dennoch, das war nicht alles und das Thema wird immer wieder aufgegriffen.

5. Würde ich der selfpublisher gerne kostenpflichtig abonnieren?

Ich spiele mit dem Gedanken, warte aber erstmal noch die ein oder andere Ausgabe ab. Zunächst möchte ich schauen, welche Schwerpunkte in den kommenden Monaten gesetzt werden. Die Federwelt habe ich bereits abonniert und ich möchte feststellen, inwieweit sich Inhalte doppeln oder ergänzen werden. Gut möglich, dass ich nur ab und zu einzelne Hefte kaufen werde, wenn mich ein bestimmter Schwerpunkt interessiert, der so in der Federwelt bislang keine große Rolle gespielt hat.

Zur Info: Vier Ausgaben kosten innerhalb Deutschlands 27 Euro inklusive Versandkosten.

6. In welcher Form würde ich der selfpublisher am liebsten lesen: Print, Online-Magazin oder beides?

Es mag verwundern, da ich als Autorin ja (bislang) ganz auf das Format E-Book setze, dass ich dennoch sehr printverliebt bin. Aber was Zeitschriften angeht, habe ich am liebsten Papier in der Hand.

7. Folgende Schwerpunktthemen wünsche ich mir für die nächsten Ausgaben:

Gute Frage. Mich interessieren Schreibtipps, wobei da die Federwelt ja schon gut dabei ist. Einzelne Genres könnte man herausgreifen, darüber hinaus fallen mir Themen wie Selbst-, Projekt- und Zeitmanagement ein. Auch fände ich es gut, eine Ausgabe zum Thema Leserbindung und Umgang mit Social Media zu lesen. Das Thema Positionierung und Bloggen bietet sich ebenfalls an. (Da würde ich mich glatt selbst als Gastautorin anbieten wollen.)

8. Außerdem …

… finde ich es prima, dass der Uschtrin Verlag sich des Selfpublishing-Themas annimmt und dies in anderer Form auch bereits tat, als es bei vielen in der Branche noch als „unprofessionelles Möchtegernautorengedöns“ abgetan wurde. Daumen hoch!

9. Vervollständigen Sie bitte diesen Satz: „Marketing …

… ist oft anstrengend, selten überflüssig und in jedem Fall viel Arbeit. Aber wenn man es richtig macht und sich die ersten Erfolge einstellen, dann kann es sehr viel Freude bereiten.“

In diesem Sinne, lieber Uschtrin Verlag, vielen Dank und weiterhin ein gutes Händchen. Da geht noch was! Zum selfpublisher geht es hier entlang.

 

 

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