Trotz aller Kriege und Auseinandersetzungen gibt es doch eines, das Menschen stets miteinander verbindet: die Liebe. Hiermit meine ich nicht nur die Anziehung, die zwei Liebende auf erotischer Ebene eint. Ich verstehe darunter eine spirituelle Kraft, die du in dein Leben einladen kannst, wenn du deinen Alltag mit Achtsamkeit gestaltest.

Glaube hat viele Gesichter

Manche nennen diese Kraft Gott, andere Allah oder das Tao, wieder andere gehen nicht davon aus, dass es überhaupt ein höheres Wesen gibt, das unser Wirken lenkt. Aber sie fühlen sich vielleicht mit der Natur verbunden. Ich selbst habe mich während des Studiums intensiv mit der Philosophie von Jean-Paul Sartre auseinandergesetzt. Er glaubte, das unser Dasein „kontingent“, unsere Existenz also weder notwendig noch unmöglich ist. Das bedeutet wiederum, dass wir uns den Sinn unseres Daseins selber erschaffen müssen.

Ich mochte diese Philosophie, weil sie mich nicht aus der Verantwortung ließ. Und ich hasste sie bisweilen, weil sie mich nicht aus der Verantwortung ließ. Es kann entlastend sein, sich auf eine höhere Macht zu berufen, aber auch eine Bürde – je nach Perspektive. Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter in die höhere Philosophie abdriften. Aber bin ich überzeugt davon, dass jeder für sein Wirken, seine Haltung zu den Dingen selbst die Verantwortung trägt. Liebe ist eine stärkere Kraft als Abneigung und Hass. Manchmal aber stellt sie sich nicht von selber ein, sondern bedarf der bewussten Hinwendung.

Sie begegnet uns dabei in verschiedener Gestalt. Einige Erscheinungsformen der Liebe möchte ich dir heute vorstellen:

1. Respekt

Egal, ob du einen anderen Menschen magst oder nicht, du kannst ihn respektieren. Dies zu tun, ist eine Entscheidung, die du triffst. Letztendlich triffst du diese Entscheidung auch für dich selbst. Begegnest du dir selbst denn mit Respekt?

2. Geben

Eine Form, Liebe auszudrücken, ist die Bereitschaft, etwas zu geben. Sich „hinzugeben“ ist dabei nur eine Möglichkeit, auch Gegenstände können Sinnbild von Liebe sein. Gern genommen wird auch ein offenes Ohr und eine Handvoll Zeit.

3. Freundschaft

Für mich eine der wichtigsten Formen der Liebe ist die Freundschaft. Manche meiner Freundschaften überdauern schon Jahrzehnte. Ein wahrer Freund nimmt dich so an, wie du bist. Mit deinen Stärken und auch mit deinen Schwächen. Das ist Liebe!

4. Loslassen

Das Gegenteil von Geben ist im Sinne der Liebe nicht nehmen, sondern loslassen. Gibst du anderen Freiraum, so ist dies ein großes Geschenk. Lieben heißt, niemanden zwanghaft an sich binden zu wollen. „Was du liebst, lass frei“, wusste schon Konfuzius. Und weiter: „Kommt es zurück, gehört es dir – für immer.“

5. Kommunikation

Hinwendung bedeutet auch, sich mitzuteilen und zuzuhören. Wer liebt, hat Interesse daran, mit dir in einen Dialog zu gehen. Dieser ist weder einseitig noch belanglos. Kommunikation bedeutet in diesem Sinne: miteinander in Beziehung gehen.

6. Verbindlichkeit

Sagen kann man viel. Entscheidender ist es, wie sich jemand dir gegenüber verhält. Ist er da, wenn du ihn brauchst? Spricht er offen und ehrlich mit dir? Ist sein Verhalten transparent oder widersprüchlich? Verbindlich sein heißt, eine verlässliche Verbindung mit jemandem einzugehen.

7. Vertrauen

Das A und O jeder Beziehung ist Vertrauen. Liebe drückt sich auch darin aus, wie stark wir in der Lage sind, einem anderen zu vertrauen, Fehler zu verzeihen und vor allem auch uns selbst zu trauen. Vertrauen ist die Basis für eine tiefe, spirituelle Bindung.

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Was bedeutet Liebe für dich? Worin findest du sie wieder? Wie drückt sie sich in deinen Augen aus?

 

 

 

 

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