E-Books und Print-Bücher haben einiges gemeinsam. In beide Formate stecken Autoren viel Arbeit, beide beinhalten Texte und Geschichten. In der Herstellung und Handhabung allerdings unterscheiden sie sich. Vor einiger Zeit schrieb ich darüber, welche Eigenschaften E-Book-Leser haben. Heute beschäftige ich mich mit dem Format E-Book selbst.

Als bekennender E-Book-Fan lehne ich Print-Bücher nicht ab. Warum auch? In meinem Alltag haben beide Formen Platz. Es gibt Situationen, in denen ich eher zum E-Reader greife, auf Reisen zum Beispiel, auf denen ich nicht viel Gepäck mitnehmen möchte. Andererseits liebe ich es allerdings auch, bei schönem Wetter im Café zu sitzen und durch ein Buch aus Papier zu blättern, während ich es lese.

Besonderheiten von E-Books

E-Books sind platzsparend, meist günstiger als die Print-Version und bestimmte Features, wie zum Beispiel die Schriftgröße, lassen sich am E-Reader individuell einstellen. Beides hat eben Vor- und Nachteile. Wie diese gewichtet werden, liegt wie so oft im Auge des Betrachters. Folgendes wirst du mit einem E-Book jedenfalls selten bis gar nicht erleben:

1. Du wirst sie nicht verleihen

Gut, es ist durchaus möglich, eine E-Book-Datei an einen anderen Leser zu verschicken, damit er sie lesen kann. Dabei handelt es sich jedoch um eine Kopie, nicht das Original. Du musst dein Buch folglich nicht aus der Hand geben. Manchmal werden auch illegale Kopien verschickt und getauscht, was in erster Linie dem Autoren schadet. Plattformen wie Kindle haben Mittel und Wege gefunden, diese E-Book-Piraterie einzudämmen. Der klassische Büchertausch findet bei E-Books jedenfalls nicht statt.

2. Du wirst zwischen ihren Seiten keine Blüten pressen

Als ich ein Mädchen war, habe ich gern am Waldrand Blüten gesammelt und zwischen den Seiten großer Bücher gepresst. Mit einem E-Book-Reader habe ich dies noch nicht versucht, ich vermute aber, das Ergebnis wäre eher mäßig. Die großen Atlanten, die nach meiner Erfahrung die besten Resultate lieferten, haben also noch nicht ganz ausgedient. Allerdings nehmen sie auch viel Platz weg und ganz ehrlich – wie oft pressen wir heutzutage schon Blüten. Zur Not müssen dafür eben andere Alltagsgegenstände herhalten.

3. Du wirst sie in keinem Antiquariat finden

Weil sie nicht materiell sind, werden E-Books auch nicht in Antiquariaten geführt. Du findest sie nicht auf Flomärken und auch nicht in öffentlichen Bücherregalen. Bei meiner Recherche zu diesem Punkt bin ich auf einen Post gestoßen, der die Möglichkeit, E-Books antiquarisch weiter zu verkaufen, unter Umständen einräumt. So schreibt Oliver Stiemerling bereits 2012 dazu: „E-Books haben eigentlich großes Potenzial, Gegenstand eines Sekundärmarkts zu werden, in dem eine gekaufte Erstkopie in kürzester Zeit über Plattformen im Internet eine Vielzahl von (sequentiellen) Gebrauchtkäufern findet.“ In der Praxis kommt dies allerdings wohl eher selten vor. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem Rate ich, den vollständigen Text von Stiemerling zu lesen.

4. Du wirst sie nicht nach Farben sortieren

Jeder hat ja so seinen Spleen. In Büchergruppen sehe ich häufig Bilder von Bücherregalen, die von Bücherfans voller Stolz präsentert werden. Meist haben sie sich große Mühe damit gegeben, sowohl ihre Leseecke als auch die Bücher im Regal auf eine bestimmte Weise einzurichten. Beispielsweise gibt es Leser, die ihre Bücher nach Farben sortieren. Andere richten sich eher nach einem bestimmten Genre ein und schmücken ihre Regale zusätzlich mit passenden Accessoires. Print-Bücher dienen nicht allein als Lesestoff, sondern sind auch wichtige Einrichtungsgegenstände für Leseratten. Für Minimalisten stehen hingegen E-Books hoch im Kurs, weil sie nicht gelagert werden müssen. Sie verschlingen weder Platz im Regal noch müssen sie regelmäßig entstaubt werden.

5. Du wirst keine Eselsohren in ihnen hinterlassen

Die Qualität von E-Books ändert sich nicht mit der Zeit. Sie vergilben nicht und erleiden weder Eselsohren noch Kaffeeflecken. Zwar kann der Inhalt ebenso schnell veraltet sein wie in jedem anderen Buch und auch Datenverluste sind nicht auszuschließen, allerdings kann ich als Kindle-Kundin im Zweifel die Inhalte neu herunterladen, wenn mein E-Reader den Geist aufgibt. Auch reicht es meist, den Akku aufzuladen, wenn die Lesbarkeit des E-Books nachlässt. Verblassen der Schrift oder herausgerissene Seiten sind hier kein Thema mehr.

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Wie steht es bei dir? Liest du gerne E-Books? Welche Vor- oder Nachteile fallen dir beim Vergleich mit Print-Ausgaben ein? Schreibe es mir in die Kommentare! 🙂

 

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