Luisa liebt Sebastian. Sebatian liebt Luisa. Er würde sie auf Händen tragen, wenn sie ihn denn ließe. Alles könnte so schön sein, aber erstens ist das Leben meist nicht so einfach gestrickt und zweitens befinden wir uns mitten im Plot der aktuellen Staffel von „Sturm der Liebe“.

Das Traumpaar leidet

Wahre Fans wissen: Es dauert ziemlich genau ein Jahr von der Einführung des neuen Traumpaares bis zum Happy End mit Traumhochzeit und allem drum und dran. Bis dahin wird gelitten und gebangt.

Bis es soweit ist, werden die Liebenden nämlich immer wieder voneinander fortgeführt und auseinandergebracht. Intrigen, Manipulation, Missverständnisse und Schicksalsschläge heißen die Steine, die es aus dem Weg zu räumen gilt.

Tränen, Streit, Verzweiflung und ab und an eine leichte Annäherung, bevor die nächste Bombe platzt, all das werden Luisa und Sebastian ertragen müssen. Und wir Fans mit ihnen.

Intrigen jenseits des guten Geschmacks

Dass ihre entgültige Versöhnung nicht zu frühzeitig passiert, verhindern derzeit Beatrice und David, die eine Intrige nach der anderen schüren, um an Luisas Erbe zu kommen. Obwohl wir Fans doch wissen, dass alles ein gutes Ende nehmen wird, fällt es derzeit schwer, ruhig Blut zu bewahren.

Die Sprüche, die seitens der Intriganten über Luisas Behinderung fallen, sind oft kaum zu ertragen und jenseits des guten Geschmacks. Von „Quasimoda“ ist dort zum Beispiel die Rede oder, einfacher ausgedrückt, aber nicht weniger abfällig, von „der Buckligen“.

Zum anderen quält die Naivität, mit der Luisa Davids Aussagen Vertrauen schenkt oder zumindest davon stark verunsichert wird. Was kann das für eine Liebe sein, wenn sie sich derart schnell erschüttern lässt?, fragt man sich zu recht.

Dramaturgische Gründe

Jetzt kann man natürlich eine dramaturgische Begründung wählen. Eine klassische Liebesgeschichte funktioniert nunmal so: Sie treffen sich, sie sind füreinander bestimmt, etwas trennt sie voneinander und schließlich können sie die Schwierigkeiten überwinden.

Die Telenovela „Sturm der Liebe“ ist ein modernes Märchen und als solches greift es natürlich auch derartige Handlungsmuster, inklusive des Gegensatzes von Gut und Böse, auf.

Eine weitere, näher am Leben gelegene Erklärung aber ist die folgende: Nicht nur äußere Einflüsse sorgen dafür, dass Luisa und Sebastian (noch) nicht zueinanderfinden. Auch ihre inneren Eigenschaften stehen ihnen dabei im Weg.

Vertrauen lernen

Luisa mag naiv erscheinen, vor allem aber fällt es ihr schwer zu vertrauen. Das hat sicherlich mit ihrer Vergangenheit zu tun, denn der aufmerksame Zuschauer weiß: Vertrauen ist ihr nicht gerade in die Wiege gelegt worden und wegen ihres Buckels hatte sie es auch später oft schwer.

So etwas zu ändern braucht Zeit, das weiß jeder, der ähnlich negative Erfahrungen mit Menschen gemacht hat. David kann ihr emotional nicht so „gefährlich“ werden wie Sebastian. Die wahre Liebe macht extrem verletzbar. Unbewusst möchte sie sich vor einem solch starken Schmerz beschützen und geht immer wieder auf Abstand.

Doch nicht nur Luisa hat zu lernen, bis die Beziehung zwischen ihr und Sebastian reifen kann. Auch er hat einiges aufzuarbeiten. Das wird Zeit brauchen. Und zwar nicht zu knapp.

Impulsivität überwinden

Sicher, dass er sich in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert hat, hat Sebastian begriffen. Er gibt sich alle Mühe, Luisa gegenüber einen guten Eindruck zu machen. Und letztlich ist er getrieben von dem Wunsch, sie vor Unheil zu bewahren.

Manche seiner Aktionen aber beweisen, dass seine Impulsivität ihm oft noch im Wege steht. Den Kontrahenten zu einem Geständnis der Intrige erpressen zu wollen und ihn in Todesangst zu versetzen, ist nicht gerade ein Kavaliersdelikt.

Sebastian ist ein Kindskopf, der gerade auf dem Weg ist, wirklich erwachsen zu werden. Luisa ist eine sensible junge Frau, die sich ihren Weg in ein eigenständiges Leben hart erkämpft. Vertrauen fassen können heißt vor allem eines: sich zunächst selbst zu vertrauen.

Liebe allein reicht nicht

Vielleicht lässt sich die Situation für dich als Zuschauer*in leichter ertragen, wenn du dir dies vor Augen führst und dir klar machst, dass mehr zu einer funktionierenden Beziehung gehört als ein starkes Gefühl von Liebe allein.

Krisen schmerzen, aber sie bergen auch stets das Potenzial, an ihnen zu wachsen. Jeder tut dies in seinem eigenen Tempo. Unsere SdL-Figuren sind also gar nicht so weit weg von der Realität, wie es manchmal ob der krassen Geschichten am Fürstenhof seinen Anschein hat.

 

 

 

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