Als Autorin bin ich es gewohnt, über einen längeren Zeitraum konzentriert zu arbeiten. Das gilt für die Phase, in der der Text entsteht, ebenso wie auch in den verschiedenen Korrekturphasen. Gerade letzteres fällt mir aber manchmal schwer, weil ich oft angespannt bin, wenn der Veröffentlichungstermin näher rückt. Endlich ist die Geschichte fertig geschrieben, doch nun gilt es Anmerkungen einzuarbeiten und letzte Änderungen vorzunehmen. Das nervt manchmal ganz schön. Bin ich entspannt, fällt es mir wesentlich leichter.

Ich denke, jeder kennt das aus seinem eigenen (Berufs-) Alltag. Egal, ob dir deine Arbeit Spaß macht oder nicht – es gibt immer Zeiten, in denen die Anspannung steigt und das Abschalten schwerfällt. Umso wichtiger ist es da, ein paar Techniken zu beherrschen, die das Entspannen leichter machen. Sieben einfache Entspannungstricks und -kniffe für den Alltag stelle ich dir heute vor.

1. Atmen

Tief und langsam ein- und ausatmen bringt dich mit etwas Übung wunderbar von deiner Anspannung runter. Sauge langsam und mehrfach hintereinander die Luft tief ein und atme genauso langsam wieder aus. Ich selbst lege mich gerne dabei hin und atme tief in den Bauch. Mit jedem Atemzug entspannt sich mein Körper mehr. Außerdem, so mein Eindruck, löst sich dabei auch meine Verkrampfung im Kopf, wenn ich mal nicht weiterkomme mit meinen Überlegungen zu einer bestimmten Szene in einem meiner Bücher.

2. Delegieren

Gib ab, was du abgeben kannst. Vielleicht ein etwas ungewöhnlicher Tipp, allerdings neige ich dazu, mir oft viel zu viel auf einmal aufzuhalsen. Da tut es gut, zwischendrin zu überlegen, ob das überhaupt alles sein muss und ob ich nicht auch Aufgaben an andere abgeben kann. Als Autorin ein Cover selbst zu gestalten, wirkt ohnehin meist unprofessionell, also habe ich mir einen Profi dafür gesucht. Zugegeben, sobald es notwendig wird, jemanden einzubeziehen, der professionell in einem bestimmten Bereich arbeitet und ein Honorar verlangt, geht das ins Geld. Häufig aber lohnt es sich, die dadurch frei gewordene Zeit produktiv für sich selbst zu nutzen. Der Lohn: Ein besseres Ergebnis und weniger Frustration.

3. Meditieren

Es muss ja nicht gleich die zehntägige Schweigemeditation im tibetanischen Hochland sein, aber ab und zu ein paar Minuten meditieren tut der Seele gut. Ich höre mir dafür gern Meeresrauschen oder Walgesänge an. Auf Youtube findest du eine große Auswahl an geeigneten Sounds. Ob es nun Waldgeräusche sind oder doch eine ruhige Panflötenmusik, mit wenigen Stichworten findest du schnell etwas, das dir gefällt. Dann zurücklehnen, durchatmen und die Augen schließen. Ich habe mir dafür sogar eine Playlist angelegt, denn mein Körper erinnert sich schon an den Effekt, wenn er die bekannten Sounds zu hören bekommt. Meist reichen so schon wenige Minuten und ich fühle mich wie neu geboren.

4. Spazieren gehen

Auch ein Spaziergang muss nicht mehrere Stunden dauern. Manchmal genügt bereits ein kurzer Gang um den Block, um zum Entspannen. Nachgewiesenermaßen verhelfen körperliche Bewegung und frische Luft, die Konzentration zu stärken und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Mir persönlich kommen beim Spazieren gehen ohnehin die besten Gedanken. Es ist fast so, als ob das Gehen dazu führt, Knoten im Hirn zu lösen und neue Verschaltungen zu schaffen. Es gibt für mich daher nichts Besseres als einen Spaziergang, wenn ich eine Schreibblockade habe.

5. Ein warmes Fußbad nehmen

Da ich als Autorin vorwiegend sitzend arbeite, bekomme ich leicht kalte Füße und schwere Beine. (Ich bin eben keine 20 mehr …) Ein warmes Fußbad sorgt nicht nur dafür, dass meine Mauken wieder warm werden, sondern entspannt meinen gesamten Körper. Um diesen Effekt zu verstärken, gebe ich Duftöl ins warme Wasser. So wirkt das Bad auf alle meine Sinne. Wenn ich ganz hart drauf bin, packe ich noch fix das Meeresrauschen drauf und gebe mir die volle Dröhnung auf die Ohren. Entspannung pur.

6. Abschalten

Dieser Tipp ist durchaus wörtlich gemeint. Wie oft lenkt uns im Alltag der Laptop oder das Handy ab, weil eine E-Mail oder eine sonstige Benachrichtigtung eingeht und Laut von sich gibt. Wenn du so richtig Stress hast, gibt es nichts Effektiveres, als all diese Geräte einfach mal abzuschalten. Computer, Tablet, Smartphone – alles aus! Und dann die Stille genießen. Damit dieser Trick funktioniert, braucht es etwas Übung. In unserer von Reizen überfluteten Welt fällt es zunächst schwer, auf alle Außenreize zu verzichten. Ich kann aber aus Erfahrung sagen: Üben lohnt sich! Stille hilft dir, dich zu fokussieren und anschließend umso konzentrierter zu arbeiten.

7. Träumen

Ein letzter Tipp von mir: Möchtest du entspannen, dann folge deinen Träumen. Und zwar den Tagträumen. Viel zu selten erlauben wir es uns, die Gedanken schweifen zu lassen und etwas scheinbar „Unnützes“ zu tun. Wir Autoren haben immerhin noch den Vorteil, dass wir unsere Fantasiegeschichten als Teil unserer Arbeit ausgeben können. Aber alle anderen? Denken möglicherweise, dass sie sinnlos Zeit verplempern. Aber das Gegenteil ist der Fall. Wer seinen Tagträumen nachgeht, der fördert seine Kreativität und macht sich damit auch fit für das Berufsleben, wo immer wieder kreative Lösungen gefragt sind. Also ab aufs Sofa und deinen Tagträumen folgen!

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Und jetzt bin ich neugierig. Was unternimmst du, um dich zu entspannen? Lesen? Musik hören? Einen Film anschauen? Ich freue mich auf deine Kommentare. 🙂

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