„Die Inspiration ist ein solcher Besucher, der nicht immer bei der ersten Einladung erscheint.“ An diesen Worten des russischen Komponisten Peter Iljitsch Tschaikowsky ist viel Wahres dran. Inspiration ist der Motor, aus dem die Kreativität entspringt. Meist braucht es allerdings Zeit, bis sich die Eindrücke setzen, die wir tagtäglich sammeln. Nicht immer erschließt es sich auf Anhieb, woher die Impulse kommen, die später aus unserer Feder fließen oder in anderer Weise nach außen dringen. Heute möchte ich euch ein paar meiner wichtigsten Inspirations-Quellen für meine Ideen und Geschichten vorstellen.

1. Lesen

Die wichtigste aller Quellen für mich ist schon immer das Lesen gewesen. Ich liebe Bücher, vor allem aber liebe ich Geschichten. Ich finde, es gibt nichts Schöneres als in eine gute Story einzutauchen und mit dem Protagonisten mitzuleiden. Natürlich am liebsten mit Happy-end, aber das ist keine zwingende Voraussetzung für mich, damit mir ein Buch gefällt.

Fakt ist, über die Geschichten anderer (realer oder fantasierter) Figuren lernst du neue Sichtweise kennen, reist an Orte, an die du sonst nie gelangen würdest. Du hast Erlebnisse, die dich bereichern und die dich zum Nachdenken bringen. Fremde Kulturen, ferne Zeiten, ungewöhnliche Berufe oder Lebensläufe – in der Literatur und Belletristik ist alles möglich. Kein Wunder, dass dadurch die eigene Kreativität befeuert wird.

2. Netzwerken

Aus einem ganz ähnlichen Grund gehe ich gern zu den verschiedensten Netzwerktreffen. Zwar trifft man dort ausschließlich reale Personen, keine Fantasie-Gestalten, aber die Lebensgeschichten und Einstellungen der Menschen sind nun einmal grundverschieden. Wer unvoreingenommen auf andere trifft und erstmal zuhört, bevor er urteilt, kann eine Menge über Menschen lernen.

Um lebendige Figuren in einer Romanerzählung zu gestalten, sind diese Erfahrungen Gold wert. Die meisten Netzwerktreffen, zu denen ich gehe, sind beruflicher Natur. Entsprechend bekomme ich viele Informationen über Arbeitsfelder, von denen ich per se nicht viel Ahnung habe. Und noch ein weiterer Pluspunkt eines lebendigen Netzwerkes: Durch meine Kontakte habe ich immer jemanden, den ich für Recherchen ansprechen kann.

3. Mitfahrer mitnehmen

Ich habe vor ein paar Jahren angefangen, bei längeren Fahrten mit dem Auto anderen einen Platz in meinem Wagen anzubieten. Das hatte den Vorteil, dass ich Geld sparen konnte, denn die Spritkosten wurden geteilt. Aber ich tat dies noch aus einem anderen Grund: Auch auf diesem Weg begegneten mir zahlreiche Erzählungen.

In den wenigen gemeinsamen Autostunden kommst du gut mit deinen Mitfahrern ins Gespräch. Und man tauscht sich über eine Menge aus. Schließlich rechnet man nicht damit, sich noch mal wiederzusehen. Auch an dieser Stelle lauern also viele Geschichten darauf, entdeckt zu werden.

4. Couchsurfing

Auch so ein Hobby von mir ist – ähnlich wie Mitfahrgelegenheiten – Couchsurfing. Dabei handelt es sich um eine Community, in der sich Leute aus der ganzen Welt privat vernetzen und sich gegenseitig besuchen. Bist du in einer fremden Stadt, schickst du anderen Couchsurfern einfach eine Anfrage und wenn es ihnen zeitlich passt, stellen sie dir kostenfrei einen Platz zum Schlafen zur Verfügung.

Umgekehrt kannst auch du Gästen anbieten, bei dir zu übernachten. In der Regel wirst du auf couchsurfing.com Menschen treffen, die neugierig sind und offen für Neues. Wen wundert’s!? Abgesehen davon, dass es wie immer spannend ist, ihren Geschichten zu lauschen, bekommst du Einblicke in ihre privaten Wohnräume. Nicht, dass das jetzt falsch verstanden wird: Ich achte diese Intimität. Aber im selben Maße sauge ich oft jedes Detail auf, das mir begegnet. Selbstverständlich wird es alles in meinen Texten abgeändert und neu kombiniert.

5. Reisen

Tja, und dann mache ich mich auch gerne selber auf den Weg, um andere Länder zu bereisen. Es ist kein Zufall, dass mein neues Buch, das demnächst erscheint, auf Samos spielt. Vor einer Weile hat es mich auf diese Insel verschlagen und ich habe mich sofort in sie verliebt. Ehe ich es mich versah, erblickte ich vor meinem inneren Auge meine Protagonistin an einem einsamen Strand, den ich selbst auf einer Wanderung besuchte. Und – zack! – war die Idee zum Plot geboren.

Ich habe mal gelesen, dass es einfacher ist, seine Gewohnheiten zu ändern, wenn man dies mit einem Ortswechsel verbindet. In dem entsprechenden Text stand zum Beispiel, dass es aussichtsreicher sei, im Urlaub den ersten Schritt zu tun, um mit dem Rauchen aufzuhören, als daheim. Ich kann mir das gut vorstellen. Der Abstand zu meinem Alltag hat stets auch viel in mir bewegt. Entsprechend mein Appell an dich: Reise! Denn schon Goethe wusste: „Die beste Bildung findet der gescheite Mensch auf Reisen.“ Ich ergänze Bildung um dieses: Inspiration!

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Nun bin ich gespannt. Wo findest du Inspiration? Was sind deine Kraftquellen und Ideenbrunnen, aus denen du schöpfst? Wenn du magst, schreib mir in einem Kommentar unter diesem Post. Ich würde mich freuen!

 

 

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