Fast 90.000 Titel erschienen auf dem deutschen Buchmarkt im vergangenen Jahr. Neben Sachbüchern und Romanen im Printbereich zählen auch immer mehr elektronische Neuerscheinungen dazu. So betrug der E-Book-Umsatzanteil 2014 bereits 4,3 Prozent im Gegensatz zu 3,9 Prozent im Jahr davor. Das meldet der Börsenverein des deutschen Buchhandels.

Da fragt man sich zu recht: Wer soll das bitte alles lesen? Ich habe mir heute allerdings noch eine andere Frage gestellt, die früher ansetzt: Warum solltest du überhaupt lesen? Was hast du davon? Lesen bringt uns in vielen Bereichen voran. Hier habe ich dir die wichtigsten 5 Gründe dafür aufgeführt.

1. Lesen macht gesund

Körperliche Ertüchtigung war gestern, geistige Fitness ist heute! Lesen macht nämlich gesund. Dies ist das Ergebnis der sogenannten Piaac-Studie aus dem Jahr 2013. Piaac-Koordinator Andreas Schleicher stellte fest, dass höhere Kompetenzwerte Erwachsener die Gefahr der Arbeitslosigkeit minimieren. Und das hat widerum Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Menschen und ihr Lebensglück. Ebenfalls stellte man in der Studie fest, dass bei Leserinnen und Lesern auch die soziale Kompetenz ausgeprägter ist. Hiernach fördere das Lesen die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Auch Therapien können durch Lesen beflügelt werden, schreibt Diplom-Psychologin Doris Wolf. Demnach könnten Bücher, vorzugsweise Ratgeber, durch ihren Informationsgehalt eine Therapie unterstützen, sie könnten ebenso aber auch ermutigen und trösten.

Ich selbst habe auch die Erfahrung gemacht, dass thematisch passende Romane mir geholfen haben, negative Erlebnisse besser zu verarbeiten. Ein gutes Buch kann dir vermitteln: Du bist mit deinem Problem nicht allein. Und das tut der Seele – und damit auch deinem gesamten Organismus – gut!

2. Lesen erweitert den Horizont

Lesen erweitert nämlich deinen Horizont. Stell dir nur mal vor, du müsstest all die Erfahrungen deiner Protagonisten selber machen, all die Orte selbst bereisen. Eine schöne Fantasie, aber kaum umsetzbar. Mit einem Buch lernst du Länder kennen, die du möglicherweise sonst nie zu Gesicht bekommen würdest. Du kommst mit ungewöhnlichen Menschen in Kontakt und lernst viel über andere Lebenswelten.

Möglicherweise regt dich ein Buch an, ein neues Hobby auszuprobieren. Es mag dir Inspiration dafür sein, über ein Thema, über das du noch nichts weißt, noch mehr herausfinden zu wollen. Auf diese Weise lernst du eigentlich beim lesen beständig dazu, ohne dass es anstrengend ist.

3. Lesen macht kreativ

Das führt auch dazu, dass deine eigenen kleinen grauen Zellen vermehrt angeregt werden, Ideen zu entwickeln. Wer offen ist für Neues, der fördert seine Schöpfungskraft. Um aus den eigenen Denkmustern herauszufinden, ist eben ein Wechsel der Perspektive nötig. Kreativität bedeutet in diesem Sinne: das Vermögen, neue Verknüpfungen herzustellen, die neue Lösungswege hervorbringen.

Das kann auf der einen Seite durch ein Sachbuch geschehen, indem du zu einem Thema dein Wissen erweiterst. Es kann aber auch durch das Verhalten der Figuren in einem Roman angeregt werden. Menschen tun Dinge auf unterschiedliche Weise. Indem du dich mit den Figuren in deinem Roman auf ihre Heldenreise begibst, lernst du, dass es verschiedene Arten gibt, Probleme zu lösen und sein Leben zu gestalten.

Übrigens ist auch deine innere Haltung entscheidend dafür, ob du kreative Prozesse vorantreibst. Deine inneren Überzeugungen wirken wie ein Filter, den du über deine Wahrnehmung von der Welt legst. Ist dieser eher negativ geprägt, so wirst du unbewusst möglicherweise erst gar nicht glauben, dass eine Lösung für ein Problem möglich ist. Ich beschäftige mich daher lieber mit positiven Menschen und auch mit positiven Geschichten, die mir ein optimistisches Bild der Welt vermitteln.

4. Lesen fördert die Empathie

Dass du durchs Lesen ungewöhnliche Menschen kennenlernen kannst, habe ich eben schon festgestellt. Dass es dir dadurch aber auch besser gelingt, dich in andere Menschen hineinzuversetzen, ist ein weiterer positiver Effekt. Indem du dich mit den Gedankengängen, den Sorgen und Nöten, aber auch den schönen Erfahrungen deiner Figuren beschäftigst, lernst du sie besser zu verstehen. Das ist selbst dann der Fall, wenn sie vollkommen anders denken als du und sich auch anders verhalten.

Die soziale Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinversetzen zu können, nennt man Empathie. Leserinnen und Leser sind im Schnitt empathischer als andere Leute. Generell wirkt sich die Interaktion mit anderen Menschen positiv auf die soziale Kompetenz aus. Auch soziale Verhaltensweisen müssen erst gelernt werden. Dafür braucht es Erfahrungswissen. Lesen hilft, dieses aufzubauen.

5. Lesen hilft beim Schreiben

Mein fünfter und letzter Punkt richtet sich explizit an die Autorinnen und Autoren unter euch. Schreiben ist ein Handwerk, das im Grunde jeder lernen kann. Ob aus dir ein umjubelter Literat wird oder nur ein begeisterter Hobbyschreiber, ist sicher auch eine Frage des Talentes. Es gibt aber darüber hinaus auch eine Menge Handwerk, das Autoren lernen können. Wer einen großen Wortschatz hat, Sinn für den Rhythmus der Sprache und gute Ideen, der hat schon mal die halbe Miete.

Lesen hilft dir dabei, deinen Wortschatz zu erweitern und dein Sprachgefühl zu schulen. Du kannst dir Erzähltechniken von den Texten abschauen, die dir gefallen, und selbst von den Fehlern anderer kannst du viel lernen. Wenn du es dann noch schaffst, dich zu motivieren und an einer Geschichte dran zu bleiben, steht der gelungenen Autorenkarriere eigentlich nichts mehr im Wege.

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Und nun bin ich gespannt? Aus welchem Grund bist du büchersüchtig? Welche Art von Büchern liest du gern und warum? Über Anregungen, Ergänzungen und Kommentare würde ich mich sehr freuen! 🙂

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