Mein Blogbeitrag „5 Wahrheiten über E-Book-Leser“ hat am Wochenende erfreulicherweise für angeregte Diskussionen gesorgt. Vor allem in der Facebook-Gruppe „Bücherwürmer“ gab es viele Kommentare. Darunter waren auch einige Anmerkungen, die ich in meiner Auflistung bislang noch nicht berücksichtigt hatte. Ich nehme dies heute zum Anlass, dem Text noch einen zweiten folgen zu lassen, der weitere Charakteristika von E-Book-Lesern beschreibt.

Auf diese 5 Eigenschaften war ich im Vorgängertext eingegangen:

  1. E-Book-Leser sind preisbewusst
  2. E-Book-Leser legen Wert auf weniger Gepäck
  3. E-Book-Leser schlafen später ein
  4. E-Book-Leser lesen immer und überall
  5. E-Book-Leser sind aufgeschlossen für neue Autoren

Hier folgen nun meine Punkte 6 bis 9:

6. E-Book-Leser mögen Lesekomfort

Ich kann mich noch gut erinnern, wie verzweifelt ich als Jugendliche manchmal im Buchladen stand, weil ich ein gutes Buch für meine Oma zum Geburtstag kaufen wollte. Ihr Sehvermögen nahm stetig weiter ab, dabei hatte sie ihr Leben lang immer gerne und viel gelesen. Ich hielt daher nach Büchern Ausschau, die mit übergroßer Schrift gedruckt worden waren. Damals war die Auswahl bisweilen eher mäßig. Entsprechend schwer fiel mir oft die Entscheidung.

E-Book-Leser kennen dieses Problem nicht. Sie können Schriftgröße und Schrifttyp, zumindest auf den neueren Geräten, individuell einstellen. Kein Wunder, dass immer mehr „Silversurfer“ das digitale Lesegerät für sich entdecken. Noch komfortabler ist das Lesevergnügen natürlich auf den E-Readern, die entspiegelt und beleuchtet sind. Ich bin sicher, meine Oma – würde sie noch leben – wäre begeistert ob der Möglichkeiten!

7. E-Book-Leser pflegen den persönlichen Kontakt zu Schriftstellern

Einen interessanten Punkt, auf den ich selber so nicht gekommen wäre, formulierte ein Bücherwürmchen und bezog sich dabei vor allem auf Selfpublisher: Die Kommentatorin schrieb, sie schätze den persönlichen Kontakt zu Schriftstellern sehr, der sich gerade auf dem Kindle-Markt über diverse Gruppen in den sozialen Netzwerken ergäbe. Dies sei für sie ein Argument, sich mit E-Books zu beschäftigen.

Aus Autorensicht finde ich diesen Hinweis sehr wertvoll, zeigt er doch, dass sich viele Leserinnen und Leser auch über den reinen Text hinaus für unsere Arbeit und alles, was dahinter steckt, interessieren. Es freut mich zu sehen, wie gut der Austausch miteinander in den meisten Fällen vonstatten geht. Auch wenn es hin und wieder Zwistigkeiten gibt zwischen schriftstellernder, bloggender und rezipierender Zunft, so erlebe ich doch überwiegend positive Beispiele.

Wo viele Menschen und Meinungen aufeinander treffen, bleiben Spannungen nicht aus. Wir sollten uns aber alle davon nicht die Freude am Lesen und Schreiben verderben lassen. Und weiterhin in Kontakt miteinander bleiben.

8. E-Book-Leser verleihen selten Bücher

Auch auf diesen Punkt wurde ich in Kommentaren aufmerksam gemacht: Häufig bedauern E-Book-Leser, dass sie Bücher nicht so einfach weitergeben und verleihen können. Die digitalen Bücher werden nach dem Kauf personalisiert für das Gerät bereitgestellt, das mit den Nutzerdaten übereinstimmt. Zwar ist es möglich, E-Books in Bibliotheken auszuleihen, sie werden allerdings nach Ablauf der Leihfrist automatisch gelöscht. Ein Überziehen – selbst mit Leihgebühr – ist dann nicht möglich.

In meiner Stadtbücherei bin ich zudem auf ein bestimmtes Format festgelegt, das mit meinem Kindle nicht kompartibel ist. Aus all diesen Gründen wundert es nicht, dass immer wieder illegal kopierte und ins gewünschte Format konvertierte Exemplare durch die Gegend geistern. Ich hoffe sehr, dass die E-Book-Hersteller und -Verlage eines Tages das Problem der Kompatibilität lösen werden. Bis dahin fließt voraussichtlich aber noch eine Menge Wasser den Rhein herunter.

Einen interessanten Artikel aus dem vergangenen Jahr zum Thema habe ich übrigens hier gefunden: „Darf man E-Books verleihen und weiterverkaufen?“ von Ilja Braun.

9. E-Book-Leser tragen alle ihre Lieblinge auf einmal bei sich

Auf den Umstand, dass E-Book-Leser gern mit leichtem Gepäck reisen und sich daher über ihren handlichen Reader freuen, bin ich bereits eingegangen. Einen Aspekt aber habe ich dabei so detailliert noch nicht erwähnt. E-Book-Leser mögen es nicht nur, eine große Auswahl an Büchern mit Leichtigkeit mitnehmen zu können, sie lieben es erst recht, ALLE ihre erklärten Lieblinge stets bei sich zu tragen.

Erinnert ihr euch an Rory Gilmore von den „Gilmore-Girls“? Ich schaue mir die Serie gerade zum wiederholten Male auf DVD an. Rory hat eigentlich immer irgendein Buch bei sich, sie geht kaum ohne Buch aus dem Haus. Im Laufe der sieben Staffeln sind so eine Menge Lieblingsbücher zusammengekommen. Ihre komplette Leseliste könnt ihr beispielweise hier einsehen.

Hätte sie einen E-Reader gehabt, hätte sie problemlos alle auf einmal mit sich herumtragen können. Sie hätte sie in Ordner und Listen sortiert und hätte immer alle ihre Lieblingsbücher bei sich gehabt. Ein Traum, der sich für E-Book-Leser nun endlich erfüllt!

 

 

 

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